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Bauchschmerzen

Merke: Jeder Bauchschmerz, der akut auftritt, sollte ärztlich abgeklärt werden. Selbst sehr erfahrenen Untersuchern ist es oft nicht möglich, ohne technische Hilfsmittel wie Laboruntersuchung, Ultraschall, Röntgen oder Spiegelungen der inneren Organe eine klare Diagnose zu stellen. Sicher handelt es sich um eine ernst zu nehmende Ursache, wenn außer Bauchschmerzen noch eines der folgenden Symptome auftritt: Fieber, Erbrechen, Fehlen von Darmgeräuschen, Durchfall, Schweißausbrüche, Verhärtung der Bauchdecken, Blutbeimengung zum Stuhlgang oder über längere Zeit bestehende Verstopfung.

Nahezu jedes Organ im Bauchraum kann gestört sein, die Schmerzen müssen jedoch nicht über der betroffenen Region auftreten, sondern können auch fortgeleitet werden. Selbst eine so häufige Erkrankung wie die Blinddarmentzündung kann schwierig festzustellen sein, wenn der „Blinddarm" (eigentlich korrekter: der Wurmfortsatz) an einer ganz untypischen Stelle liegt. Auch Organe, die gar nicht im Bauchraum liegen, können sich dort bemerkbar machen. Bekannt ist der Herzinfarkt, der manchmal nur „Bauchschmerzen" verursacht.

Wann können Osteopathen helfen?
Immer wenn bedrohliche Krankheiten ausgeschlossen sind. Beispielsweise bei sogenannten funktionellen Bauchbeschwerden. Das heißt, durch ärztliche und technische Untersuchungen kann keine Krankheitsursache festgestellt werden. Leider werden diese Beschwerden, besonders auch bei Kindern, dann gerne als seelisch bedingt eingeordnet. Osteopathen sehen hier aber häufig noch andere Verbindungen. Vielleicht ist ein Hirnnerv, der beim Austritt aus der Schädelbasis zu viel Druck erfährt, die Ursache von immer wiederkehrenden Magenschmerzen. In diesem Fall ist es natürlich sinnvoller, zunächst den Schädel zu behandeln als den Bauch. Ein alter Bruch des Mittelfußes kann über ein verändertes Cangbild chronisch Muskelketten aus der Balance bringen. Der Punkt des geringsten Widerstandes, an dem die Störung ihren Ausdruck findet, kann dann im Bauchraum liegen.

Bei chronischen Erkrankungen des Bauchraumes bietet sich die Osteopathie häufig als sinnvolle Begleittherapie an, auch wenn andere Behandlungen gleichzeitig laufen. Osteopathen werden sich bemühen, in solchen Fällen die Funktion der Organe anzuregen, die Durchblutung und den Lymphfluss zu verbessern sowie das Nervensystem zu entspannen. All diese Funktionen können den Heilungs-prozess unterstützen.

Nach dem Abklingen entzündlicher Erkrankungen im Bauchraum gibt es meist Verklebungen oder Narbenbildungen. Diese kann man osteopathisch ebenso behandeln wie auch Verkrampfungen in der glatten Muskulatur, die man nach Koliken regelmäßig findet.

Was kann man selber tun?
» Bei Harnwegsinfekten viel trinken, 2-3 Liter täglich! Brennnesseltee ist harntreibend.

  • Wärme wirkt entkrampfend, ob als Wärmflasche oder Körnerkissen, beispielsweise bei Regelbeschwerden.
  • Feuchte Wärme (ein feuchtes Handtuch liegt auf dem Bauch, darauf die Wärmflasche und zu oberst trockene Tücher) regt die Tätigkeit der Därme an.
  • Entkrampfend sind auch Kompressen aus Wirsing (mittlere Blätter mit Nudelholz anwalken, darauf eine Wärmflasche legen) oder Ingwer (möglichst frisch geraspelt).

Natürlich bieten auch andere Heilmethoden Möglichkeiten an, Schmerzen im Bauchraum zu behandeln wie die Traditionelle Chinesische Medizin, Phytotherapie oder Ayurveda.
Früher haben insbesondere Frauen häufig Abführmittel gebraucht, um an Gewicht abzunehmen. Gelegentlich kommt das auch heute noch vor. Vor diesem Missbrauch, insbesondere über längere Zeit und ohne ärztliche Kontrolle, muss aber eindringlich gewarnt werden. Hierdurch kann es zu Langzeitschäden am Darm kommen wie anhaltende Schmerzen, Verstopfung oder sogar Darmstillstand. Medikamente zur Gewichtsreduktion führen selten zu einem anhaltenden Erfolg und können sogar schädlich sein.

   
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