Diagnostisch-therapeutische Lokalanästhesie - Heilanästhesie
Was ist Neuraltherapie?
Die Neuraltherapie ist eine Heilmethode, die zu der großen Gruppe der "Natürlichen Heilverfahren" oder der "Regulations-Therapien" gehört. Durch sie wird versucht, auf dem Weg über das allgegenwärtige vegetative (= von unserem Willen unabhängige) Nervensystem, dass normale Ordnungsprinzip in unserem Körper wieder herzustellen. Im Gegensatz zu anderen medizinischen Methoden erfordert die Neuraltherapie für ihren Heilerfolg eine gewisse Mitarbeit des erkrankten Organismus. Sie zielt auf einzelne Beschwerdebilder (= Symptome) oder ganze Krankheitsgruppen (= Syndrome) ab und wirkt im Grund ursächlich (= kausal) und heilend (= kurativ).
Wichtig für den Patienten ist es zu wissen, dass die Neuraltherapie in den Händen eines routinierten und berufenen Arztes unschädlich und praktisch zu jeder Zeit wiederholbar (reproduzierbar) ist. Wie unterteilt sich die Neuraltherapie? Man unterteilt die Neuraltherapie nach den Behandlungsarten.
1. Die Störfeld-Therapie
geht davon aus, dass die vorliegende Krankheit bzw. die Beschwerden von einer "krankmachenden" Stelle (= Herd oder Störfeld) aus "gesteuert" werden. "Herd" und "Störfeld" ist nun aber nicht unbedingt immer ein und dasselbe. So kann z.B. eine akute Mandelentzündung im Volksmund auch als "Angina" bekannt - oder eine vereiterte Zahnwurzel - der Zahnarzt nennt dies ein "Granulom" - ein echter Krankheitsherd sein, von dem Bakterien- oder Giftstreuungen ausgehen und in der Nähe oder Ferne Krankheiten oder Beschwerden (Schmerzen) hervorrufen können. Entfernt man nun aus gegebener Veranlassung operativ die Mandeln oder den Zahnherd, dann ist zwar der streuende Herd beseitigt, es hinterbleibt jedoch zwangsläufig - wie nach jeder Operation - eine Narbe und diese kann (!) wiederum zu einem Störfeld werden. Sie kann ihrerseits nun - jetzt ohne Bakterien- oder Giftstreuungen - krankmachende Impulse aussenden. Dieses neue pathogene Störfeld muß also zur Gesundung ausgeschaltet werden. Hierfür ist die Neuraltherapie das Mittel der Wahl.
Nervale Reizzustände ( Störfelder ) die außerhalb jeder segmentalen Ordnung liegen, können verschiedene Krankheiten auslösen und unterhalten. Mit Procain z.B. können solche Störfelder ausgeschaltet und damit therapieresistente Krankheiten geheilt werden. In der Neuraltherapie nach Huneke sind die Segmenttherapie und das Auslösen eines „ Huneke Phänomens " zusammengefasst.
Jeder, der heute fliegt, kennt die Aufforderung der Stewarts, vor dem Anrollen der Maschine auf das Rollfeld, alle Handys und sonstigen Computer abzuschalten, denn die von- diesen ausgesandten elektromagnetischen Wellen können das Bordcomputersystem so empfindlich stören, dass es zu ernsten Komplikationen kommt.. Vergleichbare Störfelder können aber auch in unserem Körper entstehen und schmerzauslösende Impulse an bestimmte Körperregionen oder- Teile senden. Häufig auftretende Störfelder können- z. B. die Tonsillen ( Rachenmandeln), Tonsillennarben, Nebenhöhlen, der Zahn-Kiefer-Bereich, die Prostata, der gynäkologische Raum sowie Narben aller Art, auch Operationsnarben, sein.
Diese senden intermittierende Mikroreize in die verschiedensten Regelkreise, wie allem des Nervensystems, sodass es zu einer Destabilisierung desselben kommt. Liegt bei einem Patienten ein Locus minores resistenciae (Stelle des Körpers mit dem geringsten Widerstand gegen den Krankheitsausbruch) vor, so kann ein so genannter Zweitschlag eine Erkrankung auslösen. Dazu zählen unter anderem eine psychische Stresssituation, auch ein von außen kommender Kälte- oder Hebereiz. Es kann zu Problemen im Bereich der Lendenwirbelsäule mit Ischiasbeschwerden, Bandscheibenvorfällen, Gallenblasendyskinesien oder Kopfschmerzen kommen. Durch Medikamente und die verschiedensten Behandlungsmaßnahmen werden solche Erkrankungen nur symptomatisch behandelt, nicht ursächlich. In solchen Fällen bringt auch die sonst häufig erfolgreiche Segmenttherapie nur vorübergehend Linderung, nur die gekonnte Störfeldausschaltung kann solche Krankheitsbilder dauerhaft beseitigen.
2. Die Segment-Therapie
findet als neuraltherapeutische Injektionsbehandlung erfolgversprechend immer dann Anwendung, wenn für das vorliegende Krankheits- oder Beschwerdebild kein Herd oder Störfeld gefunden wurde, d.h. der Arzt wendet sich jetzt der erkrankten oder schmerzenden Körperstelle selbst zu.
Die therapeutischen Behandlungsareale der Segment-Therapie liegen im wesentlichen in den Bereichen der
- Haut-Reflex-Zonen (Schmerzareale),
- Nervenaustrittspunkte der Haut,
- Nervenverläufe u.a.m.
- schmerzenden Muskeln, Knochen und Sehnenansätzen
Wir gehen hier also die schmerzenden bzw. schmerzverursachenden Gebiete an. Insbesondere durch die Erkenntnisse der modernen Anatomie und Neuralgie-Forschung ergeben sich heute für uns keine nennenswerten Probleme mehr für die Erklärung der Wirkung bezüglich der Segment-Therapie. Versagt nun schließlich auch diese zweite Methodik der Neuraltherapie, ist die Ursache dafür entweder in einem übersehenen Störfeld zu suchen oder der vorliegende Krankheitsfall entzieht sich den therapeutischen Möglichkeiten der Neuraltherapie.
Die Segmenttherapie wirkt regulierend auf innere Organe, sie führt zur Durchblutungsverbesserung, Regeneration, Spasmolyse, Verbesserung der endokrinen und exokrinen Leistung. Die segmental Neuraltherapie kann Schmerzen und Verspannungszustände am Bewegungsapparat lindem oder beseitigen, Zirkulationsstörungen bessern (periphere - arterielle Verschlusskrankheit, M. Sudeck u.s.w.) 1940 beobachtete und beschrieb Ferdinand Huneke das erste „ Sekundenphänomen " (. in der Medizingeschichte auch als Huneke- Phänomen bekannt). Durch Injektion, ebenfalls mit Procain, in den Bereich einer Knochenentzündung (Osteomyelitis) eines Unterschenkels, heilte er in Sekundenschnelle eine bis dahin auch mit der Segmenttherapie ergebnislos behandelte, hartnäckige, sehr schmerzhafte Schultererkrankung (Periarthritis).
Wie wird die Neuraltherapie angewandt?
Die Neuraltherapie ist eine Injektionsbehandlung, bei der (leider) bestimmte Injektionen in Kauf genommen werden müssen. Wenn allerdings ein erfahrener Arzt therapiert, ist es durchaus möglich, die Einstichbeschwerden so gering wie möglich zu halten. Es kommt aber in der Neuraltherapie niemals auf das Mittel an, sondern wo es angewandt wird, also auch hier: "Gewußt wo" Wo kann die Neuraltherapie helfen oder heilen? Bei Beschwerden bzw. Krankheiten in folgenden Körperregionen kann die Neuraltherapie einen bessernden Einfluß haben:
- Kopf: Kopfschmerzen verschiedener Art inkl. Migräne, nach Unfällen mit oder ohne Schwindel, Durchblutungsstörungen, Schlafstörungen, Nervenschmerzen
- Mund-Rachen: krankhafte Zahnbefunde, chronisch-rezidivierende Mandelentzündungen
- Nasenraum: akute und chronische Nasen-Nebenhöhlen Prozesse, akuter und chronischer Schnupfen
- Ohren: akute und chronische Außen-, Mittel- und Innenohrerkrankungen, Ohrgeräusche u.Ä.
- Hals: Veränderungen der Schilddrüse in Form oder Funktion, Angst- oder Kloß-Gefühl, Verstimmungszustände, andere Halserkrankungen
- Atmungsorgane/Herz: Kurzatmigkeit, chronische Bronchitis, Bronchialasthma, Herzbeschwerden nervöser oder organischer Natur (Beklemmungen, Stiche, Unruhe)
- Verdauungsorgane: Schleimhautentzündungen, Geschwüre, Durchfälle, Verstopfung, Dünn- und Dickdarmerkrankungen
- Harn- und Geschlechtsorgane: weiblich: Erkrankungen der Eierstöcke, Eileiter, Gebärmutter, Fluor, Perioden- und Kontaktschmerzen, sonstige sexuelle Beschwerden, Kinderlosigkeit, Schwangerschaftserbrechen, Abortneigung männlich: Reizblase, Entzündung und Vergrößerung der Vorsteherdrüse, nervös-funktionelle Störungen
- Nervensystem: Nervenschmerzen = Neuralgien, Migräne, Stumpf- oder Phantomschmerzen, "nervöse" Störungen
- Muskel/Skelettsystem: akute und chronische Erkrankungen sowie Schmerzzustände im Bereich von Knochen, Gelenken, Bandscheiben, Bändern, Sehnen, Muskelansätzen, Knochenhaut, Schmerzen nach Verletzungen
- Gefäßsystem: periphere, arterielle und venöse Durchblutungsstörungen, Raucherbeine, Krampfadern, Lymphstauungen, Gefäßkrämpfe
Procain-Basen-Infusionstherapie
Da wir nach Jahrzehnte langen Erfahrung wissen, dass der Ort der Injektion, aber auch die Überflutung des Organismus mit Procain für den Erfolg der Neuraltherapie wichtig ist, führen wir seit einiger Zeit auch die Procain-Basen-Infusionstherapie durch. Damit können wir Procain intravenös in größerer Menge zuführen. Diese Behandlung hat sich besonders in der Schmerztherapie bewährt. Das Procainhydroclorid schaltet die Schmerzrezeptoren ab und verbessert die Durchblutung der kleinsten Gefäße. Um eine Besserung des subjektiven Allgemeinbefinden, eine angenehme Entspannung der psychischen Situation, weniger Schmerz und einen besseren und erholsameren Schlaf zu erreichen, empfiehlt es sich, eine Serie von 8-10 intravenösen Infusionen mit Procainhydroclorid durchzuführen. Als eine weitere positive Ergänzung in dieser Richtung, vor allem zur Stärkung des Immunsystems, hat sich die Behandlungskombination Neuraltherapie mit Thymusfrischextrakt bewährt, die wir seit über 25 Jahren erfolgreich durchrühren.
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